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Nach der Auswechslung ist das Spiel nicht vorbei
Ab der kommenden Saison wird das Wiedereinwechseln in unteren Staffeln möglich. Der Kreis Aachen unterstützt das Pilotprojekt des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes. Kreisliga C, Gruppe 7 als „Testobjekt“.
Auszug Stolberger Zeitung von Benjamin Jansen
Aachen. Abseits, Rückpass, Golden Goal – der Weltfußballverband (Fifa) hat sein Regelwerk in den vergangenen Jahren immer wieder modifiziert, um dem Wandel des Sports Rechnung zu tragen. Auch auf nationaler Ebene liefert der DFB seinen Mitgliedsverbänden Denkanstöße, wie der Fußball in den Amateurklassen in Zukunft aussehen könnte.
Beim DFB-Bundestag im Oktober 2007 in Mainz wurde der Paragraph 4 der Spielordnung (Mannschaftsstärke und Spielerwechsel) um einen Punkt erweitert. Der Inhalt des Paragraphen 4 a: Wiedereinwechslung.
Mit dieser Thematik hat sich nun auch der Fußballkreis Aachen beschäftigt, da der Arbeitskreis des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes (WFLV) seine Spielordnung dahingehend geändert hat, dass ab der Saison 2010/11 ein wiederholtes Ein- und Auswechseln von Spielern in den unteren Staffeln möglich wird. „Der Kreis Aachen war schon immer für neue Projekte offen, die den Fußball voranbringen“, sagt Helmut Brief. Deshalb ist der Vorsitzende des Spielausschusses des Kreises Aachen auch der WFLV-Empfehlung gefolgt, die Wiedereinwechslung als Pilotprojekt einzuführen.
„Wir wollen es erst mal in der Kreisliga C 7 testen und Erfahrungen sammeln“, kündigt Brief an. Bereits ausgewechselte Spieler von Einruhr/Erkensruhr bis Venwegen erhalten somit die Chance, erneut ins Spiel zu kommen. „Alle Trainer in der C 7 haben unserem Projekt zugestimmt“, berichtet Brief.
Der Rücktausch von Spielern ist jedoch nur in Unterbrechungen und mit Zustimmung des Schiedsrichters zulässig. Das Auswechselkontingent ist nach wie vor auf drei Akteure beschränkt, so dass maximal 14 Spieler in uneingeschränkter Häufigkeit die Plätze tauschen können. „Die Idee gründet auf der Erkenntnis, dass es auf der unteren Ebene immer schwerer wird, eine Mannschaft zusammen zu bekommen“, erklärt Ernst Wilden, Vorsitzender des FVM-Rechts- und -Satzungsausschusses. Schlechtere Spieler würden außerdem mehr Einsatzzeiten bekommen, während sich die Leistungsträger schonen, vermutet Brief.
Die negativen Begleiterscheinungen der Regeländerung wurden auch im Bayerischen Fußballverband, der allen Mannschaften in den unteren fünf Klassen die Wiedereinwechslung erlaubt, kontrovers diskutiert. Das Hauptproblem: die taktische Möglichkeit der Spielverzögerung. „Da müssen die Schiedsrichter direkt einen Riegel vorschieben“, appelliert Brief an die Unparteiischen.
Am 14. August auf dem WFLV-Verbandstag soll die Regelung von den Delegierten verabschiedet werden. Auch die Kreisvorsitzenden in Bonn (Kreisliga D) und Heinsberg (Kreisliga C) haben ihre Bereitschaft signalisiert, am Pilotprojekt teilzunehmen. „Staffelleiter Bernd Mommertz steht in ständigem Kontakt mit den Vereinen. In einem Jahr wissen wir, ob wir die Regel auf die gesamte Kreisliga C ausdehnen oder die Idee sterben lassen“, sagt Helmut Brief.
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